Projektunterricht

PROJEKTUNTERRICHT - DIE ALTE-NEUE FORM DES LEHREN UND LERNENS
Eine Initiative die an der HTL Wien 10 von unserem geschätzten Kollegen Dipl. Ing. Wolfgang Trauner ins Leben gerufen wurde und seit 30 Jahren mit großem Einsatz von SchülerInnen und LehrerInnen umgesetzt wird.

WARUM PROJEKTUNTERRICHT?

Hier Theorie ... dort Praxis
hier Schule ... dort Leben
hier "Allgemeinbildung" ... dort "berufliche Ausbildung"
hier Einzelarbeit ... dort Teamarbeit


Diese Trennung verfolgt uns auf Schritt und Tritt im alltäglichen Unterrichtsgeschehen. Das geht soweit, dass Schüler(innen) einen Sachverhalt, den sie in einem Gegenstand gelernt haben, in einem anderen nicht wiedererkennen .

Wer hat das gewollt? - Sicherlich niemand ! - Weder Lehrer(innen), noch Eltern, noch Schüler, noch Lehrpläne, noch die "Wirtschaft".

Neben dem Fachwissen wird von den Schüler(inne)n auch die Fähigkeit zur Teamarbeit, eigenständigen Planung und Organisation, Eigeninitiative, individuellem Vorgehen und zum Erkennen von Zusammenhängen gefordert.

Im Projektunterricht besteht eine Chance, diese Diskrepanz zu überwinden.

Er ermöglicht die Zusammenarbeit, fördert die Kopplung schulischer und außerschulischer Lernbereiche, bearbeitet ein Thema fachübergreifend und auf mehreren Ebenen, überträgt den Schüler(inne)n eine aktive Rolle im Lernprozess.

Ein Besonderer Erlass des bmukk aus dem Jahr 1992 regelt die schulrechtliche Seite und empfiehlt den Projektunterricht für BMHS. Neu überarbeitet steht dieser seit September 2001 in übersichtlicher Form als Handbuch mit vielen Tips und Anregungen zur Verfügung. (Grundsatzerlass zum Projektunterricht Wiederverlautbarung der aktualisierten Fassung GZ 10.077/5-I/4a/2001, auf der www.bmukk.at Seite unter /Bildung Schulen/Unterricht und Schule/Projektunterricht).

Selbst im Lehrplan, dem man häufig die Schuld für die Unmöglichkeit der Durchführung von Projektunterricht gibt (hier wird vor allem mit der Stofffülle argumentiert) steht ausdrücklich:

Die Bearbeitung von Projekten in Gruppenarbeit erweist sich als besonders nützliche Vorbereitung auf die berufliche Situation, zu der auch die Kommunikationsfähigkeit gehört. Die Kritik der Mitschüler bei der Problemlösung und die Selbstdiagnose sind für den Lernfortschritt wichtig!

...Der gründlichen Arbeit in der notwendigen Begrenzung gebührt der Vorzug vor einer oberflächlichen Vielheit.
(Auszug der Anlage 1 zum Lehrplan für E-Technik, Seite 1,2 Allgemeines Bildungsziel, Allgemeine didaktische Grundsätze )

Die Arbeit sollte aber grundsätzlich schülergetragen sein, der Lehrer 'führt' möglichst unbemerkt, motiviert, gibt Anregungen und hält die Dinge im Fluss.
Es besteht allerdings, wie bei jeder Unterrichtsveranstaltung, Teilnahmepflicht.
Benotung und Beurteilung ist auch im Projektunterricht möglich, man sollte allerdings versuchen mit positiver Motivation zu arbeiten.

WAS IST PROJEKTUNTERRICHT ?

Projektunterricht oder problemorientierter Unterricht ist eigentlich die älteste Art des Lernens. Von einem konkreten Thema ausgehend wird ein Wissensgebiet ohne übliche Fachgrenzen erarbeitet, und zwar selbsttätig, eigenverantwortlich und in ständiger Kommunikation mit den Mitlernenden . Der Schüler ist kein passiver Bildungskonsument, sondern gestaltet das Unterrichtgeschehen aktiv mit. Der Lehrer kann wirklich Partner sein, er ist viel weniger Zensor, sondern Trainer einer Gruppe mit einem gemeinsamen Ziel, der koordiniert und über „unlösbare“ Probleme hinweghilft.



DER PROJEKTUNTERRICHT FÖRDERT BESONDERS:

1. Lernprozesse in einer Gruppe, Teamarbeit
2. Das Verantwortungsgefühl der Schüler(innen) untereinander und der Sache gegenüber
3. Arbeitsplanung und Bestimmung der Arbeitsmethoden durch die Schüler(innen)
4. Das Erkennen fächerübergreifender Zusammenhänge, der Komplexität lebenspraktischer Probleme und die Entwicklung von Lösungsvorschlägen
5. Soziales Lernen und die Kommunikationsfähigkeit in verschiedenen Formen
6. Entdeckendes Lernen unter besonderer Beachtung der Prinzipien der Selbsttätigkeit der Schüler(innen) und der Lebensnähe
7. Konfliktaustragung beziehungsweise Bewältigung



FORMEN DES PROJEKT(BEZOGENEN) UNTERRICHTS

- Rollen und Planspiele

- projektorientierter Unterricht (in einem oder mehreren Gegenständen) durch entsprechende Auswahl der Methodik, Übungen und Beispiele

- Kleinprojekte
Ein spezielles Thema wird von den Schüler(innen) gemeinsam mit einem oder mehreren Lehrern in ihren Unterrichtsstunden fachübergreifend behandelt.

- Projekt (wie in unserem Fall)
- Stundenplan und Klassenverband kann aufgelöst werden
- Unterricht auch außerhalb der Schule möglich
- Schüler arbeiten in Interessensgruppen
- fächerübergreifender Unterricht, Blockunterricht



PROJEKTABLAUF

Entsprechend des Ablaufplanes sollen Schülergruppen (bis zu 10 Schüler/Gruppe) und Betreuungslehrer möglichst zwanglos auf informeller Basis zueinander finden. Damit das möglich ist, sollen Schüleranregungen aufgegriffen werden bzw. wo solche ausbleiben sollten Anregungen gegeben und das Interesse der Schüler geweckt werden. Damit die Themenauswahl leichter fällt, kann durch "WERBEPLAKATE" mit einer weiteren Zergliederung des Generalthemas und durch Beispiele, Bilder etc. versucht werden, Ideen zur Themenwahl anzuregen. Aufgerufen sind dazu Kollegen aller Unterrichtsgegenstände, nur unsere gemeinsamen Bemühungen werden zum Erfolg führen !


Projektdurchführung

Bei der Projektdurchführung sollte auf folgende Punkte besonderes Augenmerk gelegt werden:

- Die Interessen der Schüler sollten bei der Themenfindung miteinbezogen werden.
Wichtig ist, dass der Lehrer / die Lehrerin ein Thema, das auf kein besonderes Interesse stößt, nicht unbedingt "durchzuziehen" versucht!

- Die Projektplanung sollte mit den Schüler(inne)n erfolgen

- Zeit- und Finanzierungsplan (innerhalb des vorgegebenen Rahmens)

- Festsetzung der Tätigkeiten in der Vorbereitungsphase, Auswertephase, Präsentationsphase

- Abgrenzung der Aufgaben innerhalb der Gruppe

- genügend Vorbereitungszeit berücksichtigen - Zeit einteilen

- für umfassende Informationsbeschaffung- Besorgung von Materialien

- für Terminvereinbarungen von Exkursionen, ...(während des PU dürfen Schülergruppen auch ohne Lehrerbegleitung Erkundungen durchführen ! Siehe auch Projekterlass im Anhang)

- Fixpunkte vorsehen um über den Stand der Arbeit, die nächsten Vorhaben und das Klima in den Arbeitsgruppen zu informieren

- Veranstaltungen ins Projekt einplanen

- Exkursionen, Diskussionen, Filmvorführungen, ... rechtzeitig im Projektplan fixieren.

Wenn, wie in unserem Fall, über die Durchführung des Projekts Einvernehmen mit dem zuständigen Schulaufsichtsbeamten hergestellt wurde, braucht die Verlegung des Unterrichts nicht gesondert angemeldet werden.

- Höhepunkt

- Präsentation der Ergebnisse : allen Schülern/Lehrern/Eltern/Besuchern im Rahmen des Projekttages einer breiteren Öffentlichkeit in geeigneter Form, zB.: Vorträge, Diaschau, Diskussionen, Ausstellungen, Plakate, Modelle, EDV-Programme, Theaterstücke, Video, Zeitung, etc. ...

- Am Ende des Projekts sollte unbedingt eine Projektbesprechung (mit der Gruppe bzw. Projektorganisation) durchgeführt werden. Hiebei sollte eine möglichst umfassende Kritik des Gesamtprojekts aus der Sicht aller Beteiligten erfolgen.



PROJEKTWOCHE AN DER HTL WIEN 10 seit 1984

Gerade an technischen Schulen hat die Projektmethode besondere Bedeutung, da ja die spätere Tätigkeit nahezu immer projektorientiert abläuft. Besonders im Konstruktionsübungs- und Werkstättenunterricht wird daher der Projektunterricht zumindest im Ansatz seit jeher eingesetzt, wenn auch nicht speziell als solcher bezeichnet.

Mittlerweile hat der Projektunterricht an der HTL Wien 10 schon so etwas wie eine langjährige Tradition. Neben dem projektbezogenen Unterricht gibt es an unserer Schule seit dem Schuljahr 1984/85 die soganannte Projektwoche.

Schüler(innen) innerhalb des Klassenverbandes entwickeln Projektideen, bilden selbständig Gruppen und suchen sich Betreuungslehrkräfte und melden sich bis Anfang November zum schulinternen Projektwettbewerb an.

Vom Anmeldetag ( Anfang Nov. ) bis zum Projektbeginn planen und arbeiten die Gruppen neben dem Unterricht. Die Hauptarbeit an den Projekten findet in der zweiten Woche des Sommersemesters statt. In dieser Woche arebiten die Projektgruppen bei aufglöstem allg. Stundenplan nur am Projekt, unterstützt von Betreuungslehrkräften und der Werkstätte für die zahlreichen praktischen Tätigkeiten. Neben der Projektfertigstellung wird auch ein Video über den Projektablauf erstellt und eine Präsentation, die am Freitag vor einer Jury vorgetragen wird.

Das große Finale findet dann am Samstag statt. Alle Gruppen stellen ihre Ergebnisse /Modelle etc. in der Aula der Schule aus. Zu dieser Veranstaltung sind auch Eltern, Verwandte, Freunde der Projektteilnehmer, alle anderen nichtteilnehmenden Klassen/Schüler, Lehrer und Besucher eingeladen. Alle gemeinsam können aus den ausgestellten Projekte die besten/interessantesten wählen.

Den Abschluss bildet dann die feierliche Überreichung der Urkunden für die Teilnehmer und natürlich der Preise für die Gewinner des Wettbewerbes in den einzelnen Kategorien.


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